Titel : Das jährliche Bankett der Bruderschaft der Totengräber – Mathias Enard – Buch
Zusammenfassung :
Für seine Diplomarbeit über das „Landleben im 21. Jahrhundert“ verließ der angehende Ethnologe David Mazon Paris und ließ sich in einem bescheidenen Dorf im Département Deux-Sèvres nieder. Er lebte auf einem Bauernhof, wurde bald mit einem für seine Untersuchungen geeigneten Moped ausgestattet, aß im Café-Épicerie-Pêche und nutzte die Ortskenntnisse des freundlichen Bürgermeisters – ebenfalls ein Totengräber –, um ein Feldtagebuch zu führen, in dem er kleine Fakten und lokale Bräuche festhielt und das Ländliche eindrücklich beschreiben und verkörpern wollte.
Doch er ignoriert einige Launen dieses Ortes, an dem der Tod das Sagen hat. Wenn er jemanden ergreift, dann, um ihn sofort ins Rad der Zeit zu werfen, ihn sowohl in ein Tier als auch in einen Menschen zu verwandeln, ihm ein unmittelbares Schicksal oder eines aus einer früheren Ära zu verleihen – als wolle er dieses tiefe Frankreich, dessen lokalen und regionalen Boden Mathias Enard souverän pflügt und dessen historische Schichten freilegt, besser wiederbeleben, ohne dabei jemals den kleinen Kreis von Dorfbewohnern aus den Augen zu verlieren, die den Ethnologen umgeben und (vielleicht) die glückliche Neoländlichkeit unserer Zukunft skizzieren.
Doch der Bürgermeister ist bereits mit den Vorbereitungen für das jährliche Bankett seiner Bruderschaft beschäftigt – ein gigantisches dreitägiges Fest, bei dem der Tod einen Waffenstillstand ausruft, damit die Totengräber – und die Leser – ohne Bedenken in einer sagenhaften Opulenz aus Essen, Getränken und Sprache schwelgen können. Denn die Aromen der Sprache, ihre Beständigkeit und ihre Metamorphose sind das Epizentrum dieser Erschütterung der Jahrhunderte und dieses außergewöhnlichen Romans, der ebenso voller Trotz und Verliebtheit in die Populärkultur ist, reich an Erinnerungen und fruchtbar an Brüderlichkeit.
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EAN : 9782330135508
- Gebrauchtes Buch
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