Mein eigentliches Problem mit Der Indian River war es, festzustellen, ob es sich um ein Meisterwerk oder einfach um einen amerikanischen Klassiker handelte.“ Jim Harrison
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Grenzen der Vereinigten Staaten noch fließend. Indian Stream, der Indian River, war eine Region im Norden New Hampshires an der Grenze zu Kanada. Viele Gesetzlose, Fallensteller und andere Bauern, die der Justiz entgehen wollten, hatten dort ein kleines Dorf gegründet. Hier beschloss Blood, sich niederzulassen und ganz von vorne anzufangen.
In Begleitung von Sally, einer sechzehnjährigen Prostituierten, die er beim Kartenspielen gewonnen hat, plant er, eine Taverne zu eröffnen und den Rum, das Schießpulver und die Pelze zu verkaufen, die sie dorthin transportiert haben. Sally ihrerseits behält sich das Recht vor, ihre Kunden auszuwählen. Beide streben nach einem friedlichen Leben, doch in der Gemeinde kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, und bald werden Blood und Sally als Ursache allen Ärgers entlarvt. Die Spannungen erreichen ihren Höhepunkt, als zwei junge Männer ins Dorf kommen und Blood zwingen, sich seiner Vergangenheit zu stellen. In einer Prosa, die zugleich dicht, klar und verführerisch ist und mit der von Faulkner verglichen wurde, bietet uns Jeffrey Lent eine fesselnde Geschichte: Er zieht uns mitten in die Armut und Entbehrung einer werdenden Gesellschaft, die im Griff des selbstzerstörerischen Wahnsinns ihre Unschuld verliert.
" Der Indian River ist ein außergewöhnlicher Roman über Grenzen, Erinnerungen, Vorstellungskraft und den alten Traum, sich durch ein Leben an einem anderen Ort zu verbessern. (...) Es ist zugleich eine Liebesgeschichte, eine Parabel und ein East Coast Western. Colum McCann